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Prekäre Beschäftigung: Leiharbeit und zersplitterte Gewerkschaften

Seit Jahren sinkt der Reallohn in Deutschland. Im unteren Einkommensniveau ist dafür die zunehmende, prekäre Beschäftigung verantwortlich. Doch in der Mittelschicht ist das eher auf zahnlose Gewerkschaften zurückzuführen, die nicht mehr gewillt sind, ihren Arbeitnehmern Lohnsteigerungen über Inflationsniveau zu verschaffen.

Seit 1972 gab es jedes Jahr mehr Leiharbeitnehmer. Unternehmen verschafften sich Arbeitskräfte, ohne rechtliche und soziale Verpflichtungen für sie zu übernehmen. Was das kostete, handelten sie mit dem Verleiher aus. Der wiederum garantierte nicht dafür, dass die Leute, die er verlieh, auch Qualität lieferten. Aus dem Arbeitsmarkt war ein Flohmarkt geworden. Die menschliche Beziehung zwischen dem, der Arbeit gibt, und dem, der sie nimmt, verdarb.

Ab 2002 durften Leiharbeitnehmer nicht mehr nur für drei, sondern für zwölf Monate verliehen werden. Die rot-grüne Bundesregierung sorgte dafür, dass heute ein dichtes Netz an Verleihfirmen die Bundesrepublik überspannt. Seit Januar 2004 dürfen Arbeitskräfte für unbegrenzte Zeit verliehen werden. Fortan stieg die Zahl der Leiharbeitnehmer rasant. Weit über 10 000 Verleiherfirmen verdienen an ihnen.

Rund 900 000 moderne Sklaven gibt es derzeit in Deutschland. Jeder Achte bessert den Lohn mit Arbeitslosengeld II auf. Die Gesellschaft nennt Leiharbeit prekär, weil sie die soziale Existenz nicht dauerhaft absichert. Herr X formuliert es anders: „Dem Geld hinterherrennen“. Leiharbeit ist eine Bewegungsform. Es geht in die falsche Richtung. Denn sie ist auf Unsicherheit konzipiert.

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/der-wegwerfmann/4134694.html

Lohneinbußen, niedrige Pensionen und Arbeitszeitverlängerung: Feuerwehrleute gründen neue Berufsgruppengewerkschaft. Kritik an ver.di und Beamtenbund. Der Trend zur Bildung sogenannter Spartengewerkschaften hält an. Offenbar ermutigt durch den Erfolg der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), des Marburger Bundes und der Vereinigung Cockpit haben sich nun auch Feuerwehrleute zu einer eigenständigen Organisierung entschlossen.
Wir bezahlen unser Lohndumping mit einem schwachen Binnenmarkt – ein Spiel mit dem Feuer: Wenn nämlich erst einmal die Exporte in die Emerging Markets aufgrund von gewandelter Nachfragerstruktur wegbrechen, sitzen wir auf dem Trockenen. Dann nutzt uns auch ein geringer Produktionsstundensatz wenig…
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  1. November 5, 2012 um 00:12

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