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Kooperationsverweigerung mit dem BND = Kündigungsgrund

Die Nürnberger Flugambulanz Aero-Dienst hat ihren Flottenchef entlassen, weil der Spitzen-Pilot sich weigert, Gespräche mit dem Bundesnachrichtendienst zu führen. Der Grund ist wie immer vorgeschoben: „nationale Sicherheit“…

In dem von der Zeitung geschilderten Fall geht es um den Piloten Nejimaldin Shabib Hama Muradi, der bis vor kurzem für die zum ADAC gehörige Firma Aero-Dienst tätig war, die auf Kranken- und schnelle Personentransporte spezialisiert ist. Der Angehörige einer ethnischen Minderheit kam vor 14 Jahren aus dem damals noch von Saddam Hussein beherrschten Irak mit seinen vier Kindern nach Deutschland und wurde schnell als Asylberechtigter anerkannt.

Im seiner Heimat war Muradi Brigadegeneral der dortigen Luftwaffe. Das weckte offenbar das Interesse des Bundesnachrichtendienstes (BND), der ihn nach Angaben als vermeintlicher Familienservice des Sozialamtes ausforschte und für eine Zusammenarbeit mit anderen irakischen Oppositionellen zu gewinnen versuchte.

Nachdem der Kurde noch im April 2010 wegen seiner Leistungen zum Flottenchef befördert worden war, habe ihm einer der beiden Aero-Dienst-Geschäftsführer im Mai eröffnet, er sei zum Sicherheitsrisiko geworden, weil er sich — trotz seiner Vergangenheit — weigere, ein- bis zweimal im Jahr streng vertrauliche Gespräche mit dem BND zu führen, schildert Muradi. Der Pilot verwahrte sich dagegen, sagt er — schließlich werde auch von keinem anderen Derartiges verlangt.

http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/pilot-als-risiko-1.1172849

Nachdem sich Muradi auch durch diese Drohungen nicht umstimmen ließ, wurde ihm zum 30. September 2010 tatsächlich gekündigt, wogegen er vor dem Arbeitsgericht klagte und damit nun scheiterte. Das seltsame daran ist, dass der vorsitzende Richter Wolfgang Bärs die Berichterstattung über den Prozess nach § 174 Absatz 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) beschränkte, weil er die Staatssicherheit gefährdet sah.

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34655/1.html

Schwer zu sagen, was hier wirklich gespielt wird. Klar ist nur, dass er nach 10 Jahren als Pilot in der Firma kein Sicherheitsrisiko darstellte. Vermutlich haben die engstirnigen BND-Beamten ein Exempel statuieren wollen – oder war größeres geplant? (Immerhin verübte Aero-Dienst auch Flüge für hochrangiges Personal)

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