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Tokio: Strahlengrenzwerte für Kinder angehoben auf Niveau von AKW-Mitarbeitern

Es ist eine umstrittene Maßnahme der Verantwortlichen in Tokio: Für Kinder in Japan gilt jetzt der gleiche Strahlengrenzwert wie für deutsche AKW-Mitarbeiter. Das Erziehungsministerium hat nach SPIEGEL-Informationen den Wert für die maximale Dosis festgesetzt. Experten reagieren bestürzt.

Tokio – Im Umgang mit den Folgen der Fukushima-Katastrophe greift das japanische Erziehungsministerium zu drastischen Methoden: Die Behörde hat die maximale Strahlendosis, der Kinder in Schule und Kindergarten ausgesetzt sein dürfen, auf 3,8 Mikrosievert pro Stunde festgesetzt. Nach SPIEGEL-Informationen kann sich dies auf das Jahr hochgerechnet bei acht Stunden Aufenthalt pro Tag im Freien auf rund 20 Millisievert aufsummieren – die Höchstdosis für einen deutschen Atomkraftwerksmitarbeiter.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,758410,00.html

Kinder haben bis zum dritten Lebensjahr kein Immunsystem, das Schäden repariert, und sie haben anders als Erwachsene eine hohe Zellteilungsrate. Die Zellteilung ist immer der kritische Moment, in dem die Strahlung störend wirkt. Deshalb werden Kinder schon durch minimale Dosen in ihrer Entwicklung gestört.

300 Jahre mit strahlenbedingten Krankheiten zu rechnen

Anders als jede andere Katastrophe nehmen die Folgen der radioaktiven Verstrahlung mit dem Abstand vom Ereignis zu. Das ist wie eine auf dem Kopf stehende Pyramide. In Fukushima sind wir noch unten in der Spitze. Tschernobyl ist da schon ein Stück weiter. Tschernobyl wütet in den Genen, aber auch in jeder anderen Zelle, die von Genen gesteuert wird. 25 Jahre danach ist das Problem vor allem die Niedrigstrahlung. Zum Beispiel durch Strontium und Cäsium, die eine Halbwertszeit von 30 Jahren haben. Man muss diese Zahl immer mit zehn multiplizieren. Solange dauert es, bis keines dieser radioaktiven Isotope mehr im biologischen Kreislauf ist. Während dieser 300 Jahre, also acht bis zehn Menschengenerationen, ist immer wieder mit der Zunahme strahlenbedingter Krankheiten zu rechnen.

sagt Dr. Siedentopf im Tagesschau-Interview bzgl. der Tschernobyl-Katastrophe.

Dass wir nicht aufgeklärt werden über viele Dinge, liegt an einem unsäglichen Vertrag zwischen der WHO und der IAEO von 1959. Die IAEO bestimmt, was die WHO zum Thema gesundheitliche Folgen radioaktiver Strahlung untersuchen und veröffentlichen darf. Viele Konferenzen haben nicht stattgefunden und Studien russischer, weißrussischer und ukrainischer Wissenschaftler zur Frage der Niedrigstrahlung sind nicht publiziert worden. Diese hat dankenswerter Weise 2009 die „New York Academy of Science“ veröffentlicht.

tagesschau.de: Wie schätzen Sie die Lage in Fukushima ein?

Siedentopf: Ich denke, die Lage dort ist viel schlimmer, weil kein Ende abzusehen ist und es auch um das hochgiftige Plutonium geht. Wir haben überhaupt keine Vorstellung, wie viel Radioaktivität ins Meer gelangt ist und wo sie hinströmt. Auch ist die Bevölkerungsdichte nicht mit dem ländlichen Weißrussland zu vergleichen. Hinzu kommt, dass das Trinkwasser in den Bergen gewonnen wird. Die Berge verhindern, dass sich die Wolken verteilen. Die Radioaktivität bleibt praktisch dort an diesem schmalen Küstenstreifen. Die Pläne, dass die Schäden in neun Monaten beseitigt sein sollen, sind völlig absurd. Das sind reine Worthülsen.

http://www.tagesschau.de/ausland/tschernobyl134.html

Was wohl zuerst zusammenbricht? Der japanische Yen unter der Belastung der eigenen Überschuldung oder die Krankensysteme durch Krebsfälle?

An Fukushima lässt sich sehr schön sehen, wie westliche Regierungen auf Katastrophen jeglicher Art reagieren – es wird gemauert und geblockt. Keine Spur von Demokratischen Entscheidungsprozessen und Schutz des Bürgers.

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  1. April 26, 2011 um 10:53

    Eigentlich sagt man: „Der dumme lernt aus seinen Fehlern und der Schlaue von anderen“ !!! Irgendwie hat dieses Spriechwort keinen Sinn mehr, denn die Menschen haben nichts aus Tschernobyl gelernt. Jetzt nach 25 Jahren ist die Katastrophe in Japoan und in einpaa Jahren oder auch bald, wird wieder etwas passieren, wenn die Politiker nichts dagegen unternehmen. Denn drunter leiden tuhen nur unschuldige Menschen.

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