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Der Ausverkauf der Welt – Plutokratie par excellence

Regierungen und Investmentfonds erwerben in Afrika und Asien Ackerland, um Nahrungsmittel anzubauen – ein lohnendes Geschäft, weil die Preise rasch steigen. Das Milliarden-Monopoly führt zu einem modernen Kolonialismus, dem sich viele arme Länder notgedrungen unterwerfen. Ein Milliarden-Monopoly hat daher begonnen: Fonds, Banken, Regierungen, sie alle liefern sich einen Wettlauf um den Zugang zu den Anbauflächen der Welt. […]

So hat der US-Vermögensverwalter BlackRock einen 200 Millionen Dollar schweren Landwirtschaftsfonds aufgelegt, davon 30 Millionen Dollar für den Erwerb von Ackerland. Der russische Investor Renaissance Capital erwarb über 100 000 Hektar in der Ukraine. Die Deutsche Bank und die US-Investmentbank Goldman Sachs brachten ihr Geld in Schweinezuchtbetrieben und Geflügelfarmen in China unter, Rechtsansprüche auf Ackerland inbegriffen.

1,5 Millionen Hektar bestes Farmland hat die sudanesische Regierung für 99 Jahre den Golfstaaten, Ägypten und Südkorea überlassen. Das Paradoxe daran: Der Sudan ist der größte Hilfsempfänger der Welt, 5,6 Millionen Menschen hängen von Nahrungslieferungen ab.

Nahrung wird zum neuen Öl.

https://i1.wp.com/wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66208565.html

Neo-Kolonialisierung geht Hand in Hand mit Finanzimperialismus:

Man muss sich an dieser Stelle die dringende Frage stellen: Wie kann es sein, dass trotz Jahrzehnten und Milliarden von Entwicklungshilfe, die Menschen in Zentralafrika noch immer nicht über eine eigene Landwirtschaft verfügen? Die Antwot ist genau so simpel wie erdrückend: die Kolonialisierung hat nie aufgehört. Zwar sind diese Staaten heute politisch, aber keineswegs wirtschaftlich unabhängig. Milliardenschwere Kredite der Weltbank sorgen dafür, dass die ansässigen Despoten schön auf Linie bleiben – und jetzt sogar das eigene Land verkaufen.

Afrika bietet beste landwirtschaftliche Bedingungen. Wasser und Land sind ausreichend vorhanden. An Möglichkeiten mangelt es also nicht.

Scheich Mohamed Al Amoudi

Ach nein? Genau das hat man uns doch jahrelang vorgegaukelt… Aber seht selbst:

http://www.farmlandgrab.org (französisch)

Oben zitierter Spiegel-Artikel hinkt im Nachgang:

Den Investoren könnte damit gelingen, woran die Entwicklungshilfe in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert ist: den Hunger zu verringern, unter dem eine Milliarde Menschen leiden, mehr als je zuvor. Profit für die Investoren, Entwicklung für die Armen, so kann es im besten Fall aussehen. […]

Natürlich ist das Unsinn und steht nur der Vollständigkeit im Artikel, Zentralafrika war schon immer bereit selbst zu produzieren, man ließ sie nur nie – das hätte ja die EU-Agrarimporte ausgebootet. Die Wahrheit steht einen Absatz weiter:

Pakistan hat bereits angekündigt, 100 000 Sicherheitskräfte zum Schutz der fremden Felder zu schicken.

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